Klima und Wetter auf den Kapverden: Der komplette Überblick

bester Strand auf der Insel Mindelo Sao Vicente
Das Wetter Monat für Monat
Wie sich Temperatur, Wind, Sonne und Wassertemperatur im Einzelnen verteilen, steht auf den Monatsseiten. Dort finden Sie für jeden Monat die konkreten Werte, passende Aktivitäten und Packtipps.
Januar · Februar · März · April · Mai · Juni · Juli · August · September · Oktober · November · Dezember
Über 300 Sonnentage, kaum Regen, ganzjährig warm: Wie das Klima funktioniert, warum es so stabil ist und welcher Monat zu Ihrem Urlaub passt.
Praia (Santiago) – Zwischen dem wärmsten und dem kühlsten Tag des Jahres liegen auf den Kapverden gerade einmal fünf Grad. Regen fällt praktisch nie. Und das Meer bleibt ganzjährig über 22 Grad.
Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis dreier Kräfte: der Lage in den Tropen, des Nordost-Passats und einer kühlen Meeresströmung, die von Norden heranzieht. Zusammen ergeben sie eines der ausgeglichensten Urlaubsklimata der Welt.
Das Wichtigste auf einen Blick
Klimatyp: subtropisch trocken, mit über 300 Sonnentagen im Jahr.
Temperaturen: tagsüber 23 bis 27 Grad, je nach Jahreszeit. Nachts etwa 18 bis 25 Grad.
Trockenzeit und Hauptsaison: November bis Juni.
Regenzeit: August bis Oktober, mit kurzen, heftigen Schauern.
Wassertemperatur: ganzjährig 22 bis 27 Grad.
Wind: Nordost-Passat, am kräftigsten von November bis März.
Warum das Klima so ist, wie es ist
Drei Faktoren erklären fast alles.
Die Lage. Die Kapverden liegen zwischen dem 14. und 17. Breitengrad Nord, also in den Tropen, rund 570 bis 850 Kilometer westlich von Senegal. Auf dieser Höhe scheint die Sonne das ganze Jahr über kräftig, und die Jahreszeiten, wie Europäer sie kennen, gibt es nicht.
Der Passat. Der Nordost-Passat weht beständig über das Archipel. Er stammt aus absinkender, trockener Luft der Subtropen, weshalb sich kaum Wolken bilden. Er kühlt außerdem, was die tropische Hitze erträglich macht und die drückende Schwüle anderer Tropenziele verhindert.
Die Meeresströmung. Der Kanarenstrom führt kühleres Wasser von Norden entlang der westafrikanischen Küste nach Süden. Er wirkt wie ein Thermostat: Das Meer wird nie zu heiß, und die Luft darüber bleibt stabil.
Zusammen erzeugen diese drei Kräfte ein Klima, das trocken, mild und verblüffend gleichmäßig ist. Die Sahara liegt gegenüber, und man merkt es: Die flachen Inseln sehen aus wie ein Stück Wüste im Meer.
Mehr dazu auf unseren Seiten zu den Meeresströmungen und zum Wind und Passat.
Die zwei Jahreszeiten
Auf den Kapverden gibt es keinen Winter im europäischen Sinn. Stattdessen unterscheidet man zwei Phasen.
Trockenzeit: November bis Juni
Das ist die Hauptreisezeit. Es fällt kaum Niederschlag, die Sonne scheint verlässlich, und die Temperaturen liegen bei 24 bis 30 Grad.
Innerhalb dieser Spanne gibt es zwei Charaktere. Von November bis März weht der Passat kräftig, mit durchschnittlich 33 bis 35 Kilometern pro Stunde in den Spitzenmonaten Januar und Februar. Das ist die Zeit der Kitesurfer. Von April bis Juni lässt der Wind nach, das Meer wird ruhiger, und die Bedingungen werden ausgeglichener.
Regenzeit: August bis Oktober
Jetzt wird es am wärmsten, mit 29 bis 31 Grad, bei einer Luftfeuchtigkeit von 75 bis 77 Prozent.
Der Begriff Regenzeit führt allerdings in die Irre. Was fällt, sind kurze, kräftige Schauer, oft nachmittags, dazwischen Sonne. Tagelanger Dauerregen ist unbekannt. Selbst im nassesten Monat September bleiben die Kapverden ein trockenes Land.
Entscheidend ist dabei, wo Sie sind. Details dazu auf unserer Seite zur Regenzeit.
Flach oder bergig: der größte Unterschied
Nicht die Jahreszeit entscheidet über das Wetter, sondern die Insel. Und zwar deutlich.
Die flachen Inseln Sal, Boa Vista und Maio ragen kaum aus dem Meer. Ihnen fehlt die Höhe, um Wolken zum Abregnen zu bringen. Sie bleiben deshalb selbst in der Regenzeit weitgehend trocken und behalten ihren sonnigen Wüstencharakter. Wer im September auf Sal Urlaub macht, erlebt meist ganz normale Sonnentage.
Die Bergsinseln Santo Antão, Santiago, São Nicolau, Fogo und Brava zwingen die feuchte Luft nach oben, wo sie abregnet. Hier fällt deutlich mehr Niederschlag, und die Täler ergrünen. Wer dieselbe Insel im April und im Oktober besucht, sieht zwei verschiedene Landschaften.
Der Jahresniederschlag liegt je nach Insel zwischen etwa 100 und 400 Millimetern. Zum Vergleich: In Deutschland sind es meist über 700.
Das Meer: ganzjährig badetauglich
Die Wassertemperatur folgt einem eigenen Rhythmus, der dem Land um etwa zwei Monate hinterherhinkt.
Am kühlsten ist der Atlantik im Spätwinter, von Januar bis März, mit 22 bis 24 Grad. Am wärmsten im Spätsommer und Herbst, von August bis Oktober, mit rund 27 Grad.
Unter 22 Grad fällt er praktisch nie. Das bedeutet: Baden geht das ganze Jahr. Für längere Sessions im Wassersport ist zwischen Dezember und Juni aber ein dünner Neoprenanzug sinnvoll.
Alle Monatswerte finden Sie auf unserer Seite zur Wassertemperatur.
Calima: wenn die Sahara mitfliegt
Ein Phänomen sollten Sie kennen, bevor Sie buchen. Wenn die östlichen Passatwinde auffrischen, tragen sie feinen Saharastaub über den Atlantik bis zu den Kapverden.
Der Himmel wird dann milchig und diesig, die Sicht sinkt deutlich, und die Sonne wirkt gedämpft. Ein solches Ereignis dauert wenige Tage bis zu einer Woche und tritt vor allem zwischen dem späten Frühjahr und dem frühen Herbst auf, gelegentlich auch im Winter.
Gefährlich ist es für die meisten Menschen nicht, aber es hat zwei praktische Folgen: Fotos verlieren an Kontrast, und die UV-Strahlung bleibt trotz des trüben Himmels unvermindert hoch. Die schlimmsten Sonnenbrände holen sich Urlauber ausgerechnet an diesen Tagen.
Alles Weitere auf unserer Seite zum Calima.
Welcher Monat passt zu Ihnen?
Kitesurfen und Windsurfen: Dezember bis März. Der Passat weht dann am verlässlichsten.
Baden und Strand: Mai bis Juli für die beste Kombination aus warmem Wasser und ruhiger See, August bis Oktober für das wärmste Meer.
Wandern und Natur: November bis Juni. Und als Geheimtipp Oktober und November, wenn die Bergsinseln nach der Regenzeit in ihrem grünsten Kleid stehen.
Tauchen und Schnorcheln: Juni bis Dezember, wenn das ruhigere Meer für klarere Sicht sorgt.
Tiere beobachten: Buckelwale von März bis Mai, Schildkröten bei der Eiablage von Juni bis Oktober, Schlüpfzeit ab Mitte August.
Günstig reisen: April bis Juni. Hervorragendes Wetter, weniger Andrang, niedrigere Preise.
Eine ausführliche Einordnung finden Sie auf unserer Seite zur besten Reisezeit.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für die Kapverden?
Für die meisten Reisenden zwischen November und Juni, während der Trockenzeit. Wer kitet, kommt im Winter, wer schwimmen und wandern will, eher im Frühjahr. Ein schlechter Monat existiert nicht.
Wie warm ist es im europäischen Winter?
Tagsüber 22 bis 25 Grad, nachts 18 bis 22 Grad. Dazu kaum Regen und sechs bis acht Sonnenstunden täglich. Genau deshalb sind die Kapverden ein klassisches Winterziel.
Gibt es Hurrikans auf den Kapverden?
Tropische Systeme entstehen in dieser Region durchaus, im Spätsommer und Herbst. Sie ziehen aber in aller Regel nach Westen Richtung Karibik und treffen die Inseln nur sehr selten direkt. Schwere Stürme sind auf den Kapverden die große Ausnahme.
Regnet es im Urlaub wirklich nie?
Auf den flachen Inseln Sal und Boa Vista so gut wie nie, selbst in der Regenzeit. Auf den Bergsinseln zwischen August und Oktober durchaus, dann aber als kurzer Schauer und nicht als Dauerregen.
Ein Land, das aus drei Zutaten besteht: Tropensonne, Passatwind und kühlem Atlantikwasser. Das Ergebnis ist ein Klima, das im Grunde keine schlechte Reisezeit kennt, sondern nur unterschiedlich gute.

Strand in Santa Maria, Insel Sal, Kap Verde
