Regenzeit Kapverden: August bis Oktober im Detail

Regenzeit auf den Kapverden: Was Sie zwischen August und Oktober wirklich erwartet
Kurze, heftige Schauer statt Dauerregen, das wärmste Meer des Jahres und grüne Täler, die es sonst nie gibt.
Praia (Santiago) – Das Wort Regenzeit schreckt ab. Auf den Kapverden sollte es das nicht. Was hier zwischen August und Oktober fällt, hat mit dem Monsun Südostasiens nichts zu tun. Es sind kurze, kräftige Schauer, dazwischen Sonne, und auf Sal und Boa Vista merken Sie davon oft gar nichts.
Wer die Berge sehen will, sollte sogar genau dann kommen. Nur in diesen Wochen ergrünen die Täler von Santo Antão und Fogo wirklich.
Das Wichtigste auf einen Blick
Zeitraum: August bis Oktober, mit dem September als niederschlagsreichstem Monat.
Art des Regens: kurze, intensive tropische Schauer, oft mit höherer Luftfeuchtigkeit und gelegentlichen Gewittern.
Menge: je nach Insel und Jahr etwa 100 bis 400 Millimeter im ganzen Jahr, der Großteil davon in dieser Zeit.
Temperaturen: mit 29 bis 31 Grad die höchsten des Jahres, bei 75 bis 77 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Wassertemperatur: 25 bis 27 Grad, der wärmste Atlantik des Jahres.
Wie die Regenzeit tatsächlich abläuft
Die Regenzeit fällt in den Spätsommer und unterbricht ein Jahr, das ansonsten von Trockenheit geprägt ist.
Typisch ist der plötzliche Wechsel. Der Himmel zieht zu, es schüttet kräftig, und eine halbe Stunde später scheint wieder die Sonne. Gewitter kommen vor, bleiben aber die Ausnahme.
Entscheidend ist die Gesamtmenge. Selbst in der Regenzeit fällt auf den Kapverden weniger Niederschlag als in vielen anderen tropischen Regionen. Das Jahresmittel liegt je nach Insel zwischen 100 und 400 Millimetern. Zum Vergleich: In Deutschland sind es meist über 700.
Die Kapverden bleiben also auch im September ein trockenes Land. Nur eben ein etwas weniger trockenes.
Flach oder bergig? Das entscheidet alles
Der größte Unterschied liegt nicht zwischen den Monaten, sondern zwischen den Inseln. Und zwar drastisch.
Die flachen Inseln bleiben trocken
Sal, Boa Vista und Maio ragen kaum aus dem Meer. Ihnen fehlt schlicht die Höhe, um Wolken zum Abregnen zu bringen.
Entsprechend wenig kommt an. Die Schauer sind kurz und selten, oft reicht es nur für die spärliche Vegetation, die diese Wüsteninseln prägt.
Für Urlauber heißt das: Wer im September auf Sal oder Boa Vista Ferien macht, erlebt meist ganz normale Sonnentage. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen der Regen den Strandtag verdirbt, ist gering.
Für die Inseln selbst ist dieser wenige Regen trotzdem wichtig. Er füllt die begrenzten Grundwasservorräte und ermöglicht die kleine Landwirtschaft, die es dort gibt.
Die Bergsinseln blühen auf
Ganz anders auf Santo Antão, Santiago und Fogo. Hier stauen sich die feuchten Luftmassen an den Hängen und regnen ab.
Die Folge sind längere und kräftigere Niederschläge und Mikroklimata, die es auf den flachen Inseln nicht gibt. Diese Regionen sind für Landwirtschaft und Wasserversorgung des Landes zentral.
Sichtbar wird das in den Tälern. Wo im Frühjahr noch braune Terrassen liegen, wächst im Oktober Zuckerrohr, Mais und Gemüse. Das Paúl-Tal auf Santo Antão zeigt diesen Kontrast am deutlichsten.
Wer die Kapverden nur im Winter kennt, glaubt kaum, dass es dieselben Inseln sind.

Die Barlavento-Inseln im Einzelnen
Auch innerhalb der Nordgruppe fällt der Regen sehr ungleich.
Santo Antão bekommt als eine der bergigsten Inseln am meisten ab, besonders im Norden und im Zentrum. Die grünen Täler und die Terrassenfelder verdanken ihre Existenz genau diesem Regen.
São Vicente und São Nicolau erhalten mittlere Mengen. Das reicht für etwas Landwirtschaft und eine Landschaft, die kurzzeitig grüner wirkt als im Rest des Jahres.
Sal und Boa Vista liegen am unteren Ende. Die Niederschläge sind spärlich und unregelmäßig, gerade genug für die minimale Vegetation ihrer wüstenhaften Landschaft.
Warum sich diese Monate lohnen können
Die Regenzeit ist keine Zeit, die man meiden muss. Sie hat sogar mehrere Vorteile.
Das wärmste Meer des Jahres. Mit 25 bis 27 Grad erreicht der Atlantik jetzt sein Maximum. Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen sind selten angenehmer.
Ruhiges Wasser. Der Passat lässt in diesen Monaten nach. Das Meer liegt glatt, was Bootsausflüge und die Sicht unter Wasser verbessert.
Die Schildkröten. Die Nistzeit läuft von Juni bis Oktober, ab Mitte August schlüpfen die ersten Jungtiere. Wer beides sehen will, kommt genau jetzt.
Grüne Berge. Für Wanderer auf Santo Antão, Santiago oder Fogo ist der Oktober einer der schönsten Monate, weil die Landschaft noch vom Regen zehrt und die Hitze nachlässt.
Die Kehrseite ist die Luftfeuchtigkeit. 75 bis 77 Prozent bei 30 Grad fühlen sich deutlich schwüler an als der trockene Winter mit seiner ständigen Brise. Wer Hitze schlecht verträgt, sollte das einkalkulieren.
Häufige Fragen
Regnet es in der Regenzeit jeden Tag?
Nein. Der Regen fällt in kurzen, kräftigen Schauern, oft nachmittags, und danach klart es meist wieder auf. Tagelanger Dauerregen ist auf den Kapverden ungewöhnlich.
Kann ich im September trotzdem Strandurlaub auf Sal machen?
Ja, problemlos. Sal gehört zu den trockensten Inseln des Archipels und bekommt selbst in der Regenzeit wenig ab. Dazu kommt das wärmste Meer des Jahres. Rechnen Sie höchstens mit gelegentlichen kurzen Schauern.
Welcher Monat ist der nasseste?
September. In diesem Monat fällt traditionell der größte Teil des Jahresniederschlags, und auf den Bergsinseln kann es an mehreren Tagen hintereinander kräftig schütten.
Wann sind die Berginseln am grünsten?
Gegen Ende der Regenzeit und kurz danach, also im Oktober und November. Dann hat die Vegetation den Regen aufgenommen, und die Landschaft steht in ihrem eindrucksvollsten Zustand.
Drei Monate, in denen die Kapverden ihr zweites Gesicht zeigen: schwüler, grüner und wärmer als sonst. Für Strandurlauber auf den flachen Inseln ändert sich fast nichts. Für alle, die in die Berge wollen, ist es die interessanteste Zeit des Jahres.
