Sal Kapverden: Reisetipps für den ersten Urlaub
Sal auf den Kapverden: Das sollten Sie vor Ihrem ersten Urlaub wissen
Einreise, Leitungswasser, Wind und Geld: die wichtigsten Tipps für Erstbesucher, kompakt und ehrlich.
Santa Maria (Sal) – Wer auf Sal landet, spürt es sofort: warmer Wind, gleißendes Licht, Salz in der Luft. Die Insel macht es Neuankömmlingen leicht. Ein paar Dinge sollten Sie aber schon vor dem Abflug wissen. Sonst beginnt der Traumurlaub im schlimmsten Fall mit zwei Stunden in der Warteschlange.
Das Wichtigste auf einen Blick
Einreise: Vor der Reise online bei EASE registrieren und die Flughafensicherheitsgebühr (TSA) bezahlen. Beides ist für internationale Besucher Pflicht.
Leitungswasser: Kein Trinkwasser. Es stammt aus der Meerwasserentsalzung und eignet sich zum Duschen, aber nicht zum Trinken oder Zähneputzen.
Windsaison: November bis April. Dann bläst der Nordost-Passat kräftig, und Kite- und Windsurfer finden Top-Bedingungen.
Geld: Euro und Kap-Verde-Escudo (CVE) werden gleichermaßen akzeptiert. Der offizielle Bankkurs liegt bei 1 Euro = 110,265 CVE. Beim Barzahlen im Alltag rechnet man meist einfach mit 1 Euro = 100 CVE.
Erst die Erwartungen, dann der Koffer
Viele stellen sich die Kapverden als grünes Tropenparadies vor. Sal ist das Gegenteil. Die Insel ist flach, trocken und vulkanisch. Weite Sandebenen, Salzfelder und Wüste prägen das Landesinnere.
Palmendschungel und schroffe Berggipfel suchen Sie hier vergeblich. Die Schönheit von Sal liegt im Kontrast: goldene Wüste auf der einen Seite, türkisfarbener Atlantik auf der anderen. Wer das vorher weiß, verliebt sich schneller in die Insel.
Kein Paradies für Schnäppchenjäger
Auf Sal wird kaum etwas produziert. Fast alles kommt per Schiff: Kleidung, Kosmetik, Elektronik, sogar abgepackte Snacks. Zölle und Frachtkosten treiben die Preise nach oben. Im Supermarkt zahlen Sie für bekannte Marken oft mehr als zu Hause.
Die Stärken der Insel liegen woanders. Sal punktet mit Wassersport auf Weltniveau, Ausflügen aufs Meer und fangfrischem Fisch.
Keine Partymetropole
"No Stress" ist auf Sal mehr als ein Spruch. Es ist ein Lebensgefühl. Abends wird es in Santa Maria durchaus lebendig: Bars am Wasser, Terrassen mit Live-Musik in Morna und Funaná, Restaurants unter freiem Himmel. Riesige Clubs oder wilde Partymeilen gibt es aber nicht.
Das Nachtleben ist gesellig, herzlich und bequem zu Fuß erreichbar. Perfekt für einen Cocktail barfuß am Strand, ein Fischessen und akustische Musik unter Sternen.
Einreise: Zehn Minuten online sparen Stunden am Flughafen
EASE-Registrierung und Flughafengebühr
Alle internationalen Besucher müssen sich vorab registrieren und die Flughafensicherheitsgebühr zahlen. Sie liegt bei rund 30 bis 32 Euro pro Person. Das erledigen Sie bequem online vor dem Abflug.
Theoretisch können Sie auch nach der Landung am Flughafen Amílcar Cabral bezahlen. Praktisch ist das keine gute Idee. An den Schaltern stauen sich oft die Reisenden, Wartezeiten von bis zu zwei Stunden sind keine Seltenheit. Wer online registriert ist, kommt zügig durch die Passkontrolle.
Touristensteuer im Hotel
Zusätzlich fällt eine tägliche Touristensteuer an, die Taxa de Turismo. Mit der Flughafengebühr hat sie nichts zu tun. Hotels, All-inclusive-Resorts und Ferienwohnungen kassieren sie beim Check-in oder rechnen sie in den Übernachtungspreis ein.
Reisepass und Aufenthaltsdauer
Sie brauchen einen gültigen Reisepass und einen Nachweis über Ihren Rück- oder Weiterflug. Deutsche Staatsbürger benötigen für einen touristischen Aufenthalt kein Visum.
Die Einreise gilt für maximal 30 Tage. Wer länger bleiben möchte, beantragt eine Verlängerung bei der örtlichen Grenzpolizei (Polícia de Emigração).
Alltag auf Sal: Wasser, Sonne, Sonntag
Das Inselleben ist unkompliziert, sobald Sie die Spielregeln kennen. Drei Dinge erwischen Erstbesucher am häufigsten kalt.
Leitungswasser nur zum Duschen
Das Wasser aus dem Hahn wird industriell aus Meerwasser gewonnen. Zum Duschen und für die Körperpflege ist es völlig in Ordnung. Trinken sollten Sie es nicht.
Nehmen Sie zum Trinken, für Eiswürfel und zum Zähneputzen immer Flaschenwasser oder gefiltertes Wasser. In einfachen Lokalen und Strandbars lohnt sich die Nachfrage, ob die Eiswürfel aus gereinigtem Wasser bestehen.
Der Wind täuscht
Die ständige Meeresbrise kühlt angenehm. Genau das macht sie tückisch. Sie merken kaum, wie stark die Sonne brennt.
Sal liegt in den Tropen, die UV-Strahlung ist das ganze Jahr über extrem hoch. Cremen Sie sich regelmäßig mit Lichtschutzfaktor 50+ ein. Tragen Sie Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz. Und trinken Sie viel Wasser, sonst droht eine Hitzeerschöpfung.
Sonntags bleibt vieles zu
Auf Sal ticken die Uhren langsamer. Sonntags öffnen viele Minimärkte, Bäckereien (Pastelarias), Eisenwarenläden und Apotheken in Santa Maria und Espargos nur vormittags oder gar nicht.
Unser Tipp: Besorgen Sie Wasser im Großgebinde, Snacks und das Nötigste aus der Apotheke schon am Samstagnachmittag.
Apotheken, Ärzte und Versicherung
In Santa Maria und Espargos gibt es zugelassene Apotheken (Farmácias). Dort bekommen Sie rezeptfreie Mittel, Pflaster, Elektrolytpulver und gängige Medikamente.
Kleinere Beschwerden und leichte Verletzungen behandeln die Gesundheitszentren (Centro de Saúde) und private Kliniken. Für schwere Notfälle und Operationen ist die Versorgung auf der Insel jedoch begrenzt. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport gehört deshalb unbedingt ins Reisegepäck.
Wind oder Wärme: Die zwei Gesichter von Sal
November bis April: Hochsaison für Kiter
In diesen Monaten fegt der Nordost-Passat (alísios) konstant über die Insel. Kitesurfer, Windsurfer und Wingfoiler finden Bedingungen der Extraklasse, vor allem an bekannten Spots wie Kite Beach und Ponta Preta.
Tagsüber bleibt es angenehm warm. Abends fühlt es sich durch den Wind aber spürbar kühler an, eine leichte Jacke ist daher sinnvoll. An offenen Stränden wirbeln Böen Sand auf. Ein Windschutz oder eine geschützte Bucht vor dem Resort macht den Strandtag dann deutlich entspannter.
Mai bis Oktober: Ruhiges Meer und Schildkröten
Der Passat lässt nach, Luft und Wasser werden deutlich wärmer. Das Meer liegt ruhig, oft fast spiegelglatt da. Jetzt ist die beste Zeit zum Schwimmen, Tauchen, Schnorcheln und für Katamaranfahrten.
Dazu kommt ein echtes Naturerlebnis: Die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) kommt zur Eiablage an die Ost- und Südstrände. Die Nistsaison erreicht zwischen Juli und Oktober ihren Höhepunkt.
Packliste: Was in keinen Sal-Koffer fehlen darf
Vulkanküste, Wüstenstaub und abendlicher Wind verlangen ein paar Dinge, die in einem normalen Strandkoffer oft fehlen.
Die richtigen Schuhe
Scharfkantiger Basalt, glitschige Algen und Seeigel prägen beliebte Küstenspots wie Shark Bay und Buracona. Badeschuhe oder Crocs sind Pflicht, wenn Sie zwischen den Zitronenhaien waten oder über die Felsen klettern wollen.
Für Santa Marias Sandstrände und Straßen reichen Flip-Flops. Für Spaziergänge durch Espargos und Wüstenausflüge sind leichte Sneaker oder andere geschlossene Schuhe die bessere Wahl.
Wasserflaschen und Packsack
In Pedra de Lume kostet die Süßwasserdusche nach dem Bad im Salzsee extra. Nehmen Sie ein, zwei große Flaschen mit Leitungswasser mit. So spülen Sie die Salzkruste direkt ab, bevor Sie wieder ins Tourfahrzeug steigen.
Bei Buggy-Safaris, Katamaranfahrten und Strandtagen sind Handy und Kamera Gischt und Wüstenstaub ausgesetzt. Ein wasserdichter Packsack mit 5 bis 10 Litern hält Handy, Kamera, Pass und Bargeld trocken und sandfrei.
Windjacke, Tuch und Sonnenbrille
Zwischen November und April weht abends eine spürbare Brise. Eine leichte Windjacke, ein Fleece oder eine Jeansjacke gehört dann für Abendessen im Freien und Spaziergänge ins Gepäck.
Quad- und Buggytouren durch Terra Boa und das Inselinnere wirbeln feinen roten Staub auf. Ein Schlauchtuch (Buff) oder Halstuch und eine eng anliegende Sonnenbrille schützen Gesicht, Augen und Atemwege.
Und der Stromadapter?
Den können Sie zu Hause lassen. Auf den Kapverden gelten 230 Volt und die gleichen Steckdosen wie in Deutschland.
Häufige Fragen zu Sal
Kann man auf Sal mit Euro bezahlen?
Ja, problemlos. Resorts, Touristenrestaurants, Taxis, Ausflugsanbieter und die meisten Geschäfte nehmen Euro in bar an. Der offizielle Kurs liegt bei 1 Euro = 110,265 CVE. Im Alltag rechnen Straßenhändler und kleine Lokale aber meist mit 1 Euro = 100 CVE.
Zahlen Sie mit Euro-Scheinen, bekommen Sie das Wechselgeld fast immer in Escudos zurück. Kleine Euro-Scheine oder Escudos sind ideal für Sammeltaxis (Alugueres), Trinkgeld und Einkäufe auf dem Markt.
Ist Sal sicher, auch abends und für Alleinreisende?
Sal gilt als friedliches und gastfreundliches Reiseziel, für Alleinreisende ebenso wie für Paare und Familien. Die Insel ist bekannt für ihre herzliche "Morabeza" und ihr "No Stress"-Lebensgefühl. Das Zentrum von Santa Maria, die Fußgängerstraßen, die Restaurantmeilen und die Promenaden an den Hotels sind abends beleuchtet, belebt und sicher.
Wie überall gilt: Meiden Sie nachts unbeleuchtete Seitenstraßen. Tragen Sie keine großen Bargeldbeträge bei sich. Pass und Kreditkarten gehören in den Hotelsafe.
Wie funktionieren Taxis und Sammeltaxis auf Sal?
Taxis auf Sal haben kein Taxameter. Vereinbaren Sie den Preis deshalb unbedingt vor der Fahrt. Kurze Strecken innerhalb von Santa Maria kosten 3 bis 5 Euro. Der Transfer vom Flughafen nach Santa Maria kostet tagsüber 15 bis 20 Euro, spätabends 20 bis 25 Euro.
Günstiger geht es mit den weißen Sammeltaxis (Alugueres), meist Kleinbusse vom Typ HiAce. Sie pendeln tagsüber ständig auf der Hauptstraße zwischen Santa Maria, Espargos und Palmeira. Ein Platz kostet 100 bis 150 CVE, also etwa 1 bis 1,50 Euro pro Strecke. Einfach am Straßenrand heranwinken.
Ausflüge vorab buchen oder vor Ort?
Beides funktioniert. Sie können vorab über große Buchungsplattformen wie GetYourGuide reservieren. Oder Sie buchen erst vor Ort, an der Hotelrezeption, an Ausflugsständen am Strand oder direkt bei unabhängigen Guides.
Die Klassiker finden täglich statt: die 4x4-Inselrundfahrt, Quad-Safaris durch die Dünen, Katamaranfahrten, das Waten zwischen Zitronenhaien in Shark Bay und das Schweben im Salzkrater von Pedra de Lume. Wer vor Ort bei lizenzierten Guides bucht, ist oft flexibler und landet eher in kleineren oder individuellen Gruppen.
Wie viel Trinkgeld gibt man auf den Kapverden?
Trinkgeld ist nicht Pflicht, aber üblich und wird sehr geschätzt. In Restaurants mit Bedienung sind 5 bis 10 Prozent angemessen. Fahrern, Bootscrews und Guides geben Sie ein paar Euro. Das Geld kommt direkt bei den Menschen an, die im Tourismus arbeiten.
Wie gut sind WLAN und mobiles Internet?
Die meisten Hotels, Resorts und Cafés bieten kostenloses WLAN. Zu Stoßzeiten am Abend kann es allerdings langsamer werden. Für zuverlässiges Internet auf der ganzen Insel lohnt sich eine lokale Prepaid-SIM oder eSIM. Die Anbieter CV Móvel und Unitel T+ verkaufen Datenpakete mit 5 bis 10 GB für 4 bis 10 Euro.
Wie reagiert man auf Straßenhändler in Santa Maria?
Im Zentrum von Santa Maria und am Pier sprechen Händler Urlauber aktiv an, meist mit freundlichen Sprüchen wie "Where are you from?", "My friend!" oder "No stress!". Am besten wirkt ein klares, höfliches "Não, obrigado" mit einem Lächeln, während Sie einfach weitergehen.
Wenn Sie nichts kaufen möchten, bleiben Sie nicht stehen und halten Sie keinen langen Blickkontakt. Nehmen Sie auch keine "Geschenke" an, die man Ihnen in die Hand drücken will.
Wer diese Spielregeln kennt, kommt entspannt an. Dann bleibt der Kopf frei für das, weshalb Sie gekommen sind: Sonne, Meer und ein ordentliches Stück "No Stress".
