Kapverden Sal: Wetter, Wind und beste Reisezeit

Wetter und Wind auf Sal: Die beste Reisezeit für Ihren Kapverden-Urlaub
Passatwinde, Wassertemperaturen, ruhige Badezeiten und der Saharastaub: So finden Sie den richtigen Monat für Ihre Reise.
Santa Maria (Sal) – Über 350 Sonnentage im Jahr, Regen praktisch nie. Das Wetter auf Sal ist keine Glückssache. Nur eine Frage entscheidet wirklich über Ihren Urlaub: Wollen Sie Wind, oder wollen Sie ihn nicht?
Das Wichtigste auf einen Blick
Windsaison: November bis April. Dann herrscht der kräftige Nordost-Passat mit durchschnittlich 15 bis über 25 Knoten. Hochsaison für Kitesurfer, Windsurfer und Wingfoiler.
Ruhige Saison: Mai bis Oktober. Leichtere Brisen, deutlich wärmeres Wasser und ein Meer wie ein Spiegel. Ideal zum Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen.
Wassertemperatur: 22 Grad im Spätwinter (Februar, März) bis 27 Grad im Spätsommer und Herbst (September, Oktober).
Regen: Trockenes Wüstenklima mit über 350 Sonnentagen im Jahr und fast keinem Niederschlag.
Der Passat von November bis April: Segen und Ärgernis zugleich
Der Wind ist der größte Unterschied zwischen zwei Urlauben auf derselben Insel. Für die einen ist er der einzige Grund zu kommen. Für die anderen ist er Gewöhnungssache. Beide Seiten gehören zur Wahrheit.
Was für den Wind spricht
Wassersport auf Weltniveau. Zwischen November und April streicht der stetige Nordost-Passat (alísios) über die Insel. An Spots wie Kite Beach und Ponta Preta entstehen Bedingungen, für die Sportler aus aller Welt anreisen.
Natürliche Klimaanlage. Die ständige Meeresbrise kühlt angenehm. Die tropische Hitze bleibt erträglich, und die drückende Schwüle anderer Reiseziele bleibt aus.
Kaum lästige Insekten. Der kräftige Küstenwind hält Mücken und Fliegen fern. Im Vergleich zu grünen Tropenzielen sind die offenen Strände praktisch insektenfrei.
Was am Wind nervt
Sandstrahlgebläse am Strand. An offenen, ungeschützten Abschnitten wie Ponta Preta und Teilen von Santa Maria treibt der Wind feinen Sand über den Boden. Er brennt auf der Haut und setzt sich in jeder Strandtasche fest.
Kühle Abende. Nach Sonnenuntergang fühlt sich die Luft durch den Wind deutlich kühler an, als das Thermometer vermuten lässt. Für ein Abendessen im Freien brauchen Sie eine leichte Jacke oder einen Pullover.
Rote Flaggen und harte Brandung. Starker Wind erzeugt Dünung und heftige Brandung an offenen Küsten. Rote Flaggen (bandeira vermelha) und ein zeitweiliges Badeverbot sind in dieser Zeit keine Seltenheit.

Badetage oder Kitetage? So verhält sich das Meer
November bis April: die Kitetage
Der Passat erzeugt Dünung und kabbelige See entlang der offenen Küsten. Für Kitesurfer und Windsurfer ist das ideal. Für entspannte Schwimmer ist es das nicht.
Wer trotzdem baden will, bleibt in geschützten Zonen. Die Bucht von Santa Maria rund um den Pier (Pontão) und die geschützten Resortlagunen liegen im Windschatten natürlicher Landzungen. Dort bleibt das Wasser ruhig.
Vorsicht an offenen Stränden. Kräftige Brandung und plötzliche Strömungen bilden sich schnell. Achten Sie auf die Rettungsschwimmer und die Flaggen: Gelb bedeutet Vorsicht, Rot bedeutet Badeverbot.
Mai bis Oktober: die Badetage
Sobald der Passat nachlässt, verwandelt sich der Atlantik am rund drei Kilometer langen Hauptstrand von Santa Maria. Das Wasser wird spiegelglatt, klar und leuchtend türkis.
Jetzt ist die Zeit für Stand-up-Paddling, Schnorcheln, Schwimmen im offenen Wasser und für Familien mit kleinen Kindern.
Dafür wird es an Land spürbar wärmer, weil die kühlende Brise fehlt. Ein gemieteter Sonnenschirm und regelmäßiges Nachcremen mit hohem Lichtschutzfaktor sind in diesen Monaten Pflicht.
Wie warm ist das Wasser wirklich?
Der Atlantik rund um Sal ist das ganze Jahr über wärmer als jedes europäische Meer. Badewannenwarm ist er aber nicht immer.
Kühlere Monate: Januar bis Juni
Die Wassertemperatur liegt bei 22 bis 23 Grad.
Für Kitesurfer, Windsurfer, Taucher und alle, die länger im Wasser bleiben, empfiehlt sich ein kurzer Neoprenanzug (Shorty, 2 mm).
Ein schneller Sprung ins Wasser in den geschützten Buchten von Santa Maria geht auch ohne. Bei längerem Wassersport sorgt aber die Kombination aus kühlerem Atlantik und stetigem Wind für Auskühlung. Dann führt an Neopren kein Weg vorbei.
Wärmere Monate: Juli bis Dezember
Die Wassertemperatur steigt auf 24 bis 27 Grad.
Am wärmsten ist der Atlantik im September und Oktober. Dann fühlt sich das Meer fast tropisch an.
Ein Neoprenanzug ist jetzt überflüssig. Ein leichtes Funktionsshirt (Rashguard) lohnt sich trotzdem, allerdings als Sonnenschutz und nicht gegen Kälte.

Der Saharastaub: Was der Harmattan bedeutet
Ein paar Mal im Winter legt sich ein feiner Schleier über Sal. Gefährlich ist er für die meisten Urlauber nicht. Er verändert aber das Licht, die Sicht und die Sonnenbrandgefahr.
Was da genau passiert
Zwischen Dezember und Februar weht der Harmattan, ein trockener, staubiger Wind aus der Sahara. Er trägt feinen Sand und Mineralstaub hunderte Kilometer über den Atlantik bis zu den Kapverden.
Bei stärkeren Ereignissen wirkt der Himmel milchig und diesig. Der Horizont verschwimmt, das Sonnenlicht wird gestreut, und die Sicht über das flache Inselinnere nimmt deutlich ab.
Warum der Dunst trügerisch ist
Der Himmel sieht bedeckt aus, die Sonne wirkt harmlos. Die UV-Strahlung bleibt aber extrem hoch. Genau an diesen Tagen holen sich Urlauber ihren schlimmsten Sonnenbrand.
Dazu kommt der Staub selbst. Er kann Augen, Nase und Hals vorübergehend reizen, besonders an windigen Strandtagen und bei Kontaktlinsenträgern.
Drei einfache Gegenmittel
Trinken Sie über den Tag verteilt viel Flaschenwasser. Das hilft gegen trockene Schleimhäute und gegen die Hitze.
Packen Sie befeuchtende Augentropfen ein und tragen Sie eine eng anliegende Sonnenbrille.
Bei Quad- und Geländewagentouren durch die Wüste gehört ein Schlauchtuch (Buff) oder Halstuch über Mund und Nase.

Welcher Monat passt zu Ihnen?
Den einen besten Monat für Sal gibt es nicht. Es kommt darauf an, weshalb Sie kommen.
Kitesurfer, Windsurfer und Wingfoiler reisen am besten von Dezember bis März. Dann ist der Passat am verlässlichsten, mit 15 bis über 25 Knoten. Kiteschulen, Materialverleih und Rettungsdienste am Kite Beach und an der Ponta Preta arbeiten im Vollbetrieb.
Schwimmer, Sonnenanbeter und Familien finden von Juni bis Oktober die besten Bedingungen. Das Wasser erreicht 26 bis 27 Grad, der Sandflug lässt nach, und die Bucht von Santa Maria liegt glatt und klar da.
Sparfüchse und Nebensaison-Reisende sollten Mai und November prüfen. Die Übergangsmonate bringen moderate Brisen, angenehme Temperaturen, weniger Trubel und günstigere Preise für Flug und Hotel.
Naturfreunde kommen von Juli bis Oktober zur Eiablage und von September bis Dezember zum Schlüpfen. Geführte Abendtouren an geschützten Stränden wie der Costa da Fragata zeigen Unechte Karettschildkröten (Caretta caretta) bei der Eiablage oder die winzigen Jungtiere auf ihrem Weg ins Meer.
Häufige Fragen zum Wetter auf Sal
Regnet es auf Sal überhaupt?
Kaum. Sal hat ein ausgesprochenes Wüstenklima mit über 350 Sonnentagen im Jahr und nahezu keinem Jahresniederschlag. Anders als auf den grünen Inseln Santo Antão oder Santiago ist Regen hier eine Ausnahme. Wenn doch einmal etwas fällt, dann meist als kurzer Schauer zwischen August und Oktober.
Brauche ich abends eine Jacke?
Ja, vor allem zwischen November und April. Tagsüber bleibt es warm, aber der Nordost-Passat sorgt nach Sonnenuntergang für eine spürbar kühle Brise. Ein leichter Pullover, eine Strickjacke oder eine Windjacke gehören für Abendessen im Freien und Spaziergänge ins Gepäck.
Ist das Meer in der Windsaison zu rau für Kinder?
An offenen Strandabschnitten ja. Dort gibt es im Winter kräftige Dünung, harte Brandung und gelegentlich Sogströmungen.
Die Hauptbucht von Santa Maria bleibt dagegen geschützt, besonders rund um den Pier (Pontão) und in den Lagunen vor den Resorts. Dort ist das Wasser flach und ruhig, ideal für Kinder und gemütliche Schwimmer.
Was bedeuten die Flaggen am Strand?
Rettungsschwimmer und Hotelstrände in Santa Maria nutzen das übliche Farbsystem.
Grüne Flagge (bandeira verde): ruhige See, Baden ohne Einschränkung möglich.
Gelbe Flagge (bandeira amarela): Vorsicht, es herrschen Strömung, Wind oder unruhige Wellen.
Rote Flagge (bandeira vermelha): Badeverbot wegen gefährlicher Brandung, starker Strömung oder hoher Wellen.
Wer den Wind liebt, kommt im Winter. Wer das Wasser liebt, kommt im Spätsommer. Falsch machen kann man auf Sal eigentlich nur eines: die Sonne zu unterschätzen.

