Kapverden Sal: Taxi, Mietwagen und Transport vor Ort

Unterwegs auf Sal: Taxi, Sammelbus, Mietwagen oder geführte Tour?
Alles zum Flughafentransfer, zu Taxipreisen, den weißen Alugueres, Mietwagen und der Frage, wann sich eine geführte Tour mehr lohnt als das eigene Steuer.
Santa Maria (Sal) – Sal hat genau eine Asphaltstraße, die zählt. Sie verbindet Santa Maria im Süden über Espargos und den Flughafen mit dem Norden. Alles Spannende daneben liegt im Sand. Genau da beginnt die wichtigste Entscheidung Ihres Urlaubs: selbst fahren oder fahren lassen?
Das Wichtigste auf einen Blick
Hauptachse: Eine einzige asphaltierte Hauptstraße verbindet Santa Maria im Süden mit Espargos und dem Flughafen Amílcar Cabral in der Inselmitte.
In Santa Maria: Ortskern, Fußgängerzone, Pier und Strandpromenade erreichen Sie bequem zu Fuß. Taxis brauchen Sie vor allem für die weiter außen liegenden Resorts.
Auf Erkundungstour: Auf Asphalt sind blaue Taxis und Sammelbusse (Alugueres) ideal. Für die Sandpisten zu Buracona oder zur Shark Bay brauchen Sie einen Geländewagen, ein Quad oder eine geführte Tour.

Vom Flughafen ins Hotel
Die erste Fahrt auf Sal ist die vom Flughafen zur Unterkunft. Hier lohnt es sich, vorbereitet zu sein.
Die offiziellen Flughafentaxis
Der Taxistand liegt direkt vor dem Ausgang der Ankunftshalle. Die blauen Wagen stehen dort in der Regel bereit, auch ohne Vorbuchung.
Die Fahrt nach Santa Maria kostet tagsüber pauschal 15 bis 20 Euro (1.500 bis 2.000 CVE). Bei Ankünften nach 22 Uhr steigt der Preis auf 20 bis 25 Euro. Die kurze Fahrt vom Flughafen in die Inselhauptstadt Espargos kostet nur 5 bis 10 Euro (500 bis 1.000 CVE).
Wichtig: Taxis auf Sal haben kein Taxameter. Einigen Sie sich mit dem Fahrer auf den Festpreis, bevor Ihr Koffer im Kofferraum liegt.
Bezahlt wird bar, in Euro oder Escudo. Bei Euro-Scheinen bekommen Sie das Wechselgeld meist in Escudos zurück.
Hoteltransfer oder Taxi?
Viele All-inclusive-Resorts und Veranstalter bieten einen vorbestellten Transfer an. Ein Mitarbeiter erwartet Sie in der Ankunftshalle, der Preis liegt bei etwa 20 Euro pro Strecke.
Schneller sind Sie oft mit dem Taxi. Der Shuttlebus wartet, bis alle Gäste beisammen sind, und hält dann an mehreren Hotels entlang der Resortmeile.
Warum der günstige Sammelbus am Flughafen ausfällt
Die Alugueres fahren ausschließlich auf der asphaltierten Hauptstraße zwischen Espargos und Santa Maria. An das Flughafenterminal fahren sie nicht heran.
Wer sie trotzdem nutzen will, müsste sein Gepäck zu Fuß bis zur Hauptstraße schleppen und dort einen Bus heranwinken.
Dazu kommt das Platzproblem. Die Kleinbusse sind mit Pendlern voll besetzt und haben keinen Kofferraum für große Koffer. Am Anreisetag ist das Taxi die einzige sinnvolle Lösung.
Die vier Arten, sich auf Sal zu bewegen
Blaue Taxis
Offizielle Taxis fahren in Santa Maria, Espargos und Palmeira. Standplätze finden Sie vor den großen Resorts, am Hauptplatz von Santa Maria, am Fischerhafen von Palmeira und vor der Ankunftshalle.
Es gilt das Festpreissystem. Innerhalb von Santa Maria zahlen Sie 3 bis 5 Euro. Zwischen Santa Maria und dem Flughafen oder Espargos sind es 15 bis 20 Euro.
Nach 22 Uhr kommen auf längeren Strecken meist 5 Euro (500 CVE) dazu. Die Fahrt zum Flughafen kostet dann 20 bis 25 Euro. Bezahlt wird bar, in Euro oder Escudo.
Alugueres, die weißen Sammelbusse
Der öffentliche Verkehr auf Sal besteht aus weißen Toyota-HiAce-Kleinbussen. Sie fahren tagsüber ununterbrochen auf der Hauptstraße zwischen Santa Maria, Espargos und Palmeira.
Feste Haltestellen gibt es entlang der Strecke nicht. Stellen Sie sich an den Straßenrand und heben Sie die Hand, wenn ein Bus kommt. In Santa Maria starten die Alugueres nahe dem Hauptplatz, in Espargos am städtischen Busbahnhof.
Nennen Sie dem Fahrer oder dem Kassierer beim Einsteigen Ihr Ziel, spätestens kurz davor. Ein Platz kostet 100 bis 150 CVE, also etwa 1 bis 1,50 Euro pro Strecke. Zahlen Sie beim Aussteigen, am besten passend. Die Busse fahren los, sobald sie voll sind, und nehmen keine großen Koffer mit.
Mietwagen: 2WD oder Allrad?
Ein Mietwagen lohnt sich, wenn Sie in der Gruppe reisen, unabhängig von Tourzeiten sein wollen oder über mehrere Tage abgelegene Strände ansteuern.
Sie brauchen einen gültigen nationalen Führerschein und müssen mindestens 21 Jahre alt sein. Eine Haftpflichtversicherung ist enthalten. Die Vollkaskodeckung greift aber in der Regel nicht abseits befestigter Straßen.
Ein einfacher Wagen ohne Allrad kostet 40 bis 60 Euro am Tag. Auf Asphalt zwischen Santa Maria, Espargos und Palmeira ist er völlig ausreichend. Durch tiefen Sand nach Buracona, zur Shark Bay oder nach Terra Boa kommt er nicht. Dafür brauchen Sie einen Geländewagen für 70 bis 100 Euro am Tag.
Roller, Quads und Buggys
Ein Roller kostet 25 bis 40 Euro am Tag. Für die befestigten Straßen in Santa Maria und die Resortmeile ist er praktisch. Auf Sandpisten außerhalb des Ortes wird er gefährlich.
Für die Wüste sind Quads und Buggys gebaut. Sie kosten 60 bis 110 Euro, ob selbst gefahren oder als geführte Safari.
Helme sind für Fahrer und Mitfahrer gesetzlich vorgeschrieben. Die Vermieter stellen sie zur Verfügung.
Beachten Sie die Versicherungsklauseln. Überschlagschäden und Sandabrieb am Fahrgestell sind meist ausgeschlossen. Schützen Sie Gesicht und Atemwege mit Schlauchtuch und eng anliegender Sonnenbrille. Und verlassen Sie die markierten Pisten nicht, die Dünen stehen teilweise unter Schutz.

Selbst fahren oder Tour buchen? Die ehrliche Rechnung
Was die Sandpisten mit Mietwagen machen
Die Hauptstraße ist glatter Asphalt. Die berühmten Ziele liegen aber daneben: Shark Bay, Buracona mit dem Olho Azul, die Luftspiegelungen von Terra Boa und die Salzfelder im Norden. Dorthin führen unbefestigte Sandpisten.
Ein normaler Mietwagen bleibt im weichen Sand leicht stecken. Scharfer Basalt schlitzt Reifenflanken auf. Und die Versicherung zahlt bei Schäden abseits der Straße nicht. Abschleppkosten und Reparaturen tragen Sie selbst.
Was ein einheimischer Fahrer besser kann
Im Inselinneren gibt es keine Schilder. Offline-Navigations-Apps schicken Fahrer regelmäßig quer über die Salzebenen. Erfahrene Fahrer kennen jedes Sandloch und jede versteckte Basaltkante.
Dazu kommt das Timing. Das berühmte Leuchten des Olho Azul in der Höhle von Buracona zeigt sich nur bei hohem Sonnenstand, etwa zwischen 11 und 13 Uhr. Lokale Guides planen ihre Route nach Sonnenstand, Gezeiten und den Ankunftszeiten der Kreuzfahrtgruppen.
Kosten im direkten Vergleich
Ein Geländewagen kostet 70 bis 100 Euro am Tag. Dazu kommen 15 bis 20 Euro Sprit, eine Kaution auf der Kreditkarte und das Risiko teurer Schäden.
Eine organisierte Tagestour in der Gruppe kostet 20 bis 30 Euro pro Person. Ein privat gecharterter Geländewagen mit Fahrer kostet 120 bis 150 Euro für bis zu vier Personen.
Unser Fazit: Für Alleinreisende und Paare ist die Gruppentour klar im Vorteil. Weniger Kosten, kein Fahrstress und ein Guide, der die Insel erklärt. Für Familien oder Gruppen von drei bis vier Personen kostet der private Fahrer etwa so viel wie der Mietwagen, nimmt Ihnen aber jedes Risiko ab.
Wenn Sie doch selbst in die Wüste fahren
Wie die Pisten wirklich sind
Vom Asphalt zweigen die Sandpisten ohne Markierung ab. Das Inselinnere ist flach, trocken und vulkanisch.
Rund um Buracona und an der abgelegenen Küste führen die Wege direkt über scharfkantigen Basalt. Reifenschäden und Beschädigungen am Unterboden sind hier keine Seltenheit, sondern die Regel bei unpassenden Fahrzeugen.
Vier Dinge, die mitmüssen
Wasser. Nehmen Sie mehrere Liter Flaschenwasser pro Person mit. Das Leitungswasser der Insel ist kein Trinkwasser, und das Inselinnere ist unbewohnt.
Powerbank. Fotos und Navigation saugen den Akku leer. Eine geladene Powerbank hält Ihr Handy einsatzbereit.
Offline-Karten. In abgelegenen Küstenabschnitten ist das Mobilfunknetz schwach oder gar nicht vorhanden. Laden Sie die Kartenregion vor der Abfahrt im Hotel herunter.
Zeitpuffer. Schilder und Straßenbeleuchtung fehlen im Inselinneren fast vollständig. Fahren Sie im Hellen zurück.
Gefahren auf der Hauptstraße
Auch die Asphaltstraße zwischen Espargos und Santa Maria hat ihre Tücken. Der Verkehr ist schnell, Taxis und Kleinbusse halten abrupt an, und auf der zweispurigen Strecke wird beherzt überholt.
In Ortsnähe kommen freilaufende Tiere dazu, vor allem Esel und Hunde, und Fußgänger queren die Fahrbahn.
Nachts wird es unübersichtlich. Ganze Abschnitte sind unbeleuchtet, auch stehende Fahrzeuge fahren manchmal ohne Licht. Bei Sandschleier durch den Harmattan sinkt die Sicht zusätzlich.

Häufige Fragen
Kann man Santa Maria gut zu Fuß erkunden?
Ja, hervorragend. Ortskern, Fußgängerzone, städtischer Markt, Pier (Pontão) und die Strandrestaurants liegen flach und kompakt beieinander, meist fünf bis zehn Gehminuten voneinander entfernt.
Tagsüber ist der Spaziergang völlig unproblematisch. Abends bleiben die zentralen Straßen belebt und beleuchtet. Es gilt die übliche Vorsicht: auf belebten Wegen bleiben, unbeleuchtete Seitengassen allein meiden.
Brauche ich einen internationalen Führerschein für Sal?
Die meisten Vermieter auf Sal akzeptieren für kurze Urlaubsmieten den nationalen Führerschein, solange er in lateinischer Schrift ausgestellt ist. Der deutsche EU-Kartenführerschein erfüllt diese Bedingung.
Ein internationaler Führerschein wird an den Mietstationen meist nicht streng verlangt. Er kann aber bei Polizeikontrollen die Sache beschleunigen und ist sinnvoll, wenn Ihr Führerschein keine lateinischen Zeichen verwendet.
Woran erkenne ich ein offizielles Taxi?
Lizenzierte Taxis auf Sal sind leuchtend blau lackiert. Sie tragen ein "Taxi"-Schild auf dem Dach und die offizielle Registriernummer an den Türen.
Sie fahren ohne Taxameter zu festen Preisen, etwa 3 bis 5 Euro innerhalb von Santa Maria und 15 bis 20 Euro zum Flughafen oder nach Espargos. Auf unmarkierte Privatwagen, die Fahrten anbieten, sollten Sie verzichten.
Komme ich mit dem Aluguer an die Strände?
Nur begrenzt. Die weißen Sammelbusse fahren ausschließlich die Hauptstraße zwischen Espargos, Palmeira und dem Zentrum von Santa Maria ab. Umwege zu einzelnen Hotels oder abgelegenen Buchten machen sie nicht.
Der Hauptstrand von Santa Maria liegt nur zwei Gehminuten vom zentralen Haltepunkt entfernt. Für Kite Beach, Ponta Preta oder die Shark Bay brauchen Sie dagegen ein blaues Taxi, einen Geländewagen, ein Quad oder eine organisierte Tour.
Wer auf Sal die richtige Wahl trifft, spart nicht nur Geld. Er spart sich vor allem den Anruf beim Abschleppdienst mitten in der Salzwüste.

