Wie warm ist das Meer auf den Kapverden?
Wassertemperatur auf den Kapverden
Die Kapverden sind ein Badeziel für das ganze Jahr. Der Atlantik bleibt hier angenehm warm und bemerkenswert stabil, unter 23 Grad fällt er nur selten. Zwischen den Jahreszeiten gibt es aber zwei deutlich verschiedene Badeerlebnisse.
Die wärmste Phase, Juli bis November: Jetzt erreicht das Meer mit 25 bis 27 Grad seinen Höchststand und fühlt sich tropisch an. Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen sind in diesen Monaten ohne jeden Kälteschutz möglich.
Die mildere Phase, Dezember bis Juni: Das Wasser kühlt auf erfrischende 23 bis 25 Grad ab. Wer dem europäischen Winter entflieht, empfindet das immer noch als angenehm. Für längere Sessions im Wassersport lohnt sich allerdings ein dünner Neoprenanzug.
Zwischen den Inseln sind die Unterschiede gering. Lediglich im Norden, wo der Passat ungebremst auf die Küste trifft, liegt das Oberflächenwasser stellenweise etwas kühler.

Wassertemperatur auf den Kapverden: Wann ist der Ozean am wärmsten?
Nie unter 23 Grad, im Spätsommer bis 27: der Jahresverlauf, der Kanarenstrom als Thermostat und wann Sie Neopren brauchen.
Praia (Santiago) – Der Atlantik vor Europa lädt selten zum Baden ein. Vor den Kapverden schon. Hier fällt die Wassertemperatur praktisch nie unter 23 Grad, und im Spätsommer erreicht sie 27. Das Meer ist damit ganzjährig wärmer als das Mittelmeer im Juni.
Trotzdem lohnt der genaue Blick. Denn zwischen einem erfrischenden Sprung im Februar und tropischem Badewasser im September liegen vier Grad, und die merkt man deutlich.
Das Wichtigste auf einen Blick
Wärmste Phase: Juli bis November, mit 25 bis 27 Grad. Spitzenwerte im August, September und Oktober.
Mildere Phase: Dezember bis Juni, mit 23 bis 25 Grad. Die kühlsten Werte liegen zwischen Januar und März bei 22 bis 24 Grad.
Neopren: im Sommer und Herbst überflüssig, im Winter und Frühjahr bei längeren Sessions sinnvoll.
Unterschiede zwischen den Inseln: gering, meist nur ein bis zwei Grad.
Der Jahresverlauf
Juli bis November: tropisch warm
Jetzt erreicht der Atlantik seine Höchstwerte. Zwischen 25 und 27 Grad fühlt sich das Wasser badewannenwarm an.
Am wärmsten wird es im August, September und Oktober, wenn der Durchschnitt bei rund 27 Grad liegt. Kälteschutz braucht in dieser Zeit niemand, auch nicht bei langen Tauchgängen.
Wer stundenlang im Wasser sein möchte, ob beim Schnorcheln, Tauchen oder einfach Treibenlassen, kommt am besten in diesen Monaten.
Dezember bis Juni: erfrischend, aber angenehm
In der zweiten Jahreshälfte kühlt das Wasser langsam ab und pendelt sich bei 23 bis 25 Grad ein.
Die kühlsten Werte fallen in die Monate Januar bis März, mit 22 bis 24 Grad. Für einen Sprung ins Meer ist das vollkommen in Ordnung. Wer aber länger im Wasser bleibt, spürt die Kühle, vor allem in Kombination mit dem Passatwind.
Für Kitesurfer, Windsurfer und Taucher empfiehlt sich deshalb ein dünner Neoprenanzug, ein Shorty mit zwei bis drei Millimetern reicht.
Die Monate im Überblick
Diese Werte gelten für Praia auf Santiago und lassen sich ungefähr auf das gesamte Archipel übertragen.
Monat Wassertemperatur Januar 24 °C Februar 23 °C März 23 °C April 23 °C Mai 23 °C Juni 24 °C Juli 25 °C August 27 °C September 27 °C Oktober 27 °C November 26 °C Dezember 25 °C
Auffällig ist der Sprung zwischen Juli und August. Innerhalb weniger Wochen steigt die Temperatur um zwei Grad, und dieses Niveau hält sich bis in den Oktober.
Der Kanarenstrom: warum es nie zu heiß wird
Die Kapverden liegen in den Tropen. Eigentlich müsste das Wasser hier deutlich wärmer sein, als es tatsächlich ist. Dass es das nicht ist, liegt an einer Meeresströmung.
Der Kanarenstrom ist Teil des großen Nordatlantischen Wirbels. Er führt kühleres Wasser aus dem Norden entlang der westafrikanischen Küste nach Süden und streicht dabei an den Kapverden vorbei.
Diese Strömung wirkt wie ein natürlicher Thermostat. Sie verhindert extreme Werte nach oben und sorgt für bemerkenswert stabile Bedingungen über das ganze Jahr.
Dazu kommt ein zweiter Effekt. Der Strom bringt nährstoffreiches Auftriebswasser an die Oberfläche, sogenanntes Upwelling. Das ist der Grund, warum die Gewässer rund um das Archipel so artenreich sind, und letztlich auch der Grund, warum Sie auf jeder Insel frischen Fisch bekommen.
Für Taucher und Schnorchler ist diese Strömung also ein Geschenk. Sie kostet ein, zwei Grad Wärme und liefert dafür Leben unter Wasser.
Unterschiede zwischen den Inseln
Die Werte sind im gesamten Archipel ähnlich. Die Inseln liegen nah beieinander und stehen unter denselben ozeanischen Einflüssen.
Kleine Abweichungen gibt es dennoch, und sie folgen einem Muster.
Die Barlavento-Inseln im Norden, also Sal, Boa Vista, São Vicente und Santo Antão, liegen dem Nordost-Passat stärker ausgesetzt. Das Oberflächenwasser ist dort stellenweise minimal kühler.
Die Sotavento-Inseln im Süden, vor allem Santiago und Fogo, liegen geschützter. In ihren Buchten kann das Wasser etwas wärmer ausfallen.
Wichtiger als die Insel ist ohnehin die Bucht. Geschützte, flache Buchten wie Santa Maria auf Sal oder Murdeira fühlen sich spürbar wärmer an als offene Küstenabschnitte, einfach weil das ruhigere Wasser weniger durchmischt wird und der Wind beim Herauskommen weniger auskühlt.
Welche Temperatur für welche Aktivität?
Schwimmen und Strandurlaub. Die besten Bedingungen liegen zwischen Juli und November. Dann ist das Wasser tropisch warm und der Wind schwächer.
Tauchen und Schnorcheln. Die beste Unterwassersicht bietet der Zeitraum von Juni bis Dezember, wenn das Meer ruhiger liegt. Zur Tierwelt: Wale ziehen zwischen Februar und Mai vorbei, Schildkröten sind von März bis November unterwegs, Rochen sieht man vor allem zwischen Juni und August.
Kitesurfen und Windsurfen. Die Hauptsaison läuft von November bis März oder April, wenn der Passat am kräftigsten weht. Das Wasser hat dann 23 bis 24 Grad, was mit dünnem Neopren sehr angenehm ist.
Was Sie einpacken sollten
Im Sommer und Herbst, also von Juli bis November, reicht normale Badebekleidung. Ein leichtes Funktionsshirt ist trotzdem sinnvoll, allerdings als Sonnenschutz und nicht gegen Kälte.
Im Winter und Frühjahr, von Dezember bis Juni, lohnt sich ein dünner Neoprenanzug mit zwei bis drei Millimetern, sobald Sie länger als ein paar Minuten im Wasser bleiben. Das gilt besonders für Tauchgänge und lange Surfsessions.
Und unabhängig von der Temperatur: Achten Sie auf Wellengang und Strömungen. An ungeschützten Atlantikküsten wie der Ponta Preta auf Sal kann die Brandung auch bei 27 Grad Wassertemperatur gefährlich werden. Die Flaggen am Strand sind keine Dekoration.
Das Meer vor den Kapverden ist das ganze Jahr über badetauglich. Wer es tropisch warm mag, kommt im Spätsommer. Wer Wind und Wellen sucht, im Winter, mit Neopren im Gepäck.
